Von Dirk Wirausky, HAZ Gehrden 22.01.2026
Ein Kinobesuch, ein Theaterabend oder ein Konzert – kulturelle Angebote gehören für viele Menschen zum Alltag. Doch nicht jeder kann sie sich leisten. In Gehrden setzt sich die Kulturtafel dafür ein, dass Kultur kein Luxus bleibt.
Das Projekt ermöglicht Menschen mit geringem Einkommen den Besuch von Kulturveranstaltungen in Gehrden und der Region. Dazu zählen Kino- und Theateraufführungen ebenso wie Konzerte. Die Eintrittskarten stammen von lokalen Veranstaltern, die Plätze zur Verfügung stellen.
Kostenfreie Eintrittskarten für unterschiedliche Veranstaltungen werden an Menschen weitervermittelt, die zum Beispiel Arbeitslosengeld, Grundsicherung, eine niedrige Rente oder auch Bafög beziehen. Zahlreiche Veranstalter aus Gehrden und den Nachbarorten stellen regelmäßig Karten zur Vermittlung zur Verfügung.
Getragen wird die Kulturtafel von ehrenamtlichem Engagement. Die Helferinnen und Helfer kümmern sich um die Vermittlung der Karten und stehen den Besucherinnen und Besuchern als Ansprechpartner zur Seite. Die kulturelle Teilhabe soll nicht nur den Einzelnen, sondern auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dienen, lautet das Ziel der Kulturtafel.
Die Idee, in Gehrden eine Kulturtafel einzurichten, hatte Karin Losert vor mehr als zwei Jahren. „Ziel ist es, für Personen mit geringen Einkünften die Möglichkeit zu schaffen, an kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen“, sagte sie damals.
Auch Veranstalter profitieren
Losert ist überzeugt, dass die Kulturtafel einen großen Mehrwert hat: Die Veranstalter profitierten, weil freie Plätze belegt würden – und für die Bedürftigen werde Kultur erlebbar. „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr viele Unterstützer gefunden, die uns Eintrittskarten zukommen lassen“, berichtet sie. Ein Netzwerk ist inzwischen aufgebaut worden. Dabei sind unter anderem die Waldbühne, der Mehrgenerationen-Treff Gehrden, die Lütt-Jever-Scheune, die Deister-Freilicht-Bühne, Weltklassik am Klavier oder Calenberger Cultour & Co.
Und die Kulturtafel ist über die Grenzen Gehrdens hinaus bekannt geworden: 2024 erhielt die Initiative den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement.
Das Projekt laufe ausgesprochen gut, sagt Losert. Sie ist auch längst nicht mehr allein. Sie arbeitet mit Bärbel Gilhaus, Renate Brachem und Diane Redshaw im Team; dazu unterstützt Betty Bekiersch von der Tafel die Initiative. Zwischen 15 und 100 Karten stehen der Kulturtafel im Monat zur Verfügung. 90 Personen beziehungsweise Haushalte aus Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen sind aktuell angemeldet. An sie werden die Tickets weitergegeben. Neue seien jederzeit willkommen.
Übrigens: Nicht nur reine Kulturveranstaltungen, sondern auch der Wunsch nach einem Besuch von Sportveranstaltungen konnte für Bedürftige erfüllt werden – mithilfe von Sponsoren. Vor allem Fußball und Handball sind beliebt. Was fehle, seien reine Kinderveranstaltungen, meint Losert.
Hier kann man sich anmelden
Eine Anmeldung zur Kulturtafel ist donnerstags ab 14 Uhr bei der Tafel am Kantplatz, beim Fachbereich Soziales im Rathaus Gehrden bei Abdurrahim Derya, im Quartierstreff Gehrden, Parkstraße 4A, bei Kerstin Mesch oder online unter kulturtafel@buergerstiftung-gehrden.de möglich. Ein Berechtigungsnachweis muss vorgelegt werden. Und: Privatpersonen, die kurzfristig Karten abzugeben haben, können sich unter der Telefonnummer (05108) 918908 melden.
